Pandemie-Schäden bei jungen Menschen rechtzeitig erkennen

Studien belegen, dass die COVID-19-Pandemie alarmierende psychosoziale Auswirkungen wie depressive Verstimmungen, Ängste, Schlaf- und Essstörungen und Energielosigkeit bei Kindern und Jugendlichen hat.  

Landesrätin Daniela Winkler, Schulpsychologe Klaus Fandl und Burgenlands Kinder- und Jugendanwalt Christian Reuman schlagen Alarm und präsentierten in der Bildungsdirektion Eisenstadt (Burgenland/Österreich) am 13. Dezember 2021 eine Broschüre, die Eltern, PädagogInnen und Bezugspersonen über emotionale Bedürfnisse und psychische Schwierigkeiten von jungen Menschen informieren soll. Mehr über

 

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Schulpsychologe Klaus Fandl, Bildungslandesrätin Daniela Winkler und Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann.

Fotos (c): Bgld. Landesmedienservice

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"Depressive Kinder und Jugendliche erkennen, verstehen, vorbeugen"

Die Corona-Pandemie hat aufgrund der Schulschließungen und den eingeschränkten Kontakten zum Freundeskreis bei Kindern und Jugendlichen teils tiefe seelische Spuren hinterlassen.

"Alle gefordert"

"Wir sind alle - in der Familie, in der Schule und in pädagogischen Beziehungen - gefordert, emotionale Signale achtsam wahrzunehmen, Unterstützung anzubieten und bei Bedarf professionelle Hilfsangebote in die Wege zu leiten", betont Kinder-, Jugend- und bildungslandesrätin Daniela Winkler, die gemeinsam mit dem Schulpsychologen Klaus Fandl und dem Kinder- und Jugendanwalt Christian Reuman im Burgenland die Broschüre präsentierte, die die Erwachsenen auf die psychischen Schwierigkeiten und emotionalen Bedürfnisse von jungen Menschen hinweisen soll. 

Nicht thematisiert und berücksichtigt

Winkler: "Auch wenn die Worte Corona, Pandemie und Lockdown keiner mehr hören will, so sind wir trotzdem tagtäglich gefordert, uns den Herausforderungen zu stellen. Erschwerend kommt dazu, dass wir mit den Folgen der Corona-Krise konfrontiert sind, die im Vorfeld in diesem Umfang nicht abzusehen waren."

"Das sind diese, die bei den zahlreichen Pressekonferenzen, den Verordnungen und sämtlichen Maßnahmen ursprünglich nicht thematisiert oder berücksichtigt wurden, aber auf die wir ständig eindringlich hingewiesen haben: die psychische Belastung und ihre Auswirkungen", so die Landesrätin. 

Alarmierende Studien

Laut alarmierenden Studien würden mehr als die Hälfte aller österreichischen SchülerInnen depressive Symptome, Ängste und Schlafstärungen zeigen. PsychotherapeutInnen berichten über Essstörungen, Drogenkonsum, Selbstverletzungen und sogar Suizidversuchen.

Seelische Verletzungen

Die Schwierigkeit sei es, dass diese seelischen Verletzungen von außen nicht oder nur schwer und relativ spät erkannt werden könnten. Es seien weniger das Virus selbst, als die Kollateralereignisse, die mit alltäglichen Faktoren zusammentreffen und für die neue Form der psychischen Belastung sorgen.

Professionelle Hilfe

Daniela Winkler dazu: "Das heißt, wir alle sind mehr denn je gefordert, stärker auf Signale dahingehend zu achten und unsere Unterstützung sowie professionelle Hilfe anzubieten. Wir dürfen uns diesen Problemen nicht verschließen oder sie sogar vernachlässigen."

Broschüre

In der Info-Broschüre "Depressive Kinder und Jugendliche - erkennen, verstehen, vorbeugen" wurden auf Antrieb des burgenländischen Kinder- und Jugendanwaltes Christian Reumann diese Themen aufgegriffen, aufbereitet und stehen jetzt PädagogInnen und Eltern zur Verfügung.

 

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