Der 21. März wurde schon 1971 als Reaktion auf die globale Waldvernichtung zum "Internationalen Tag des Waldes" ausgerufen.
Seither wird an diesem Tag jedes Jahr auf die Wichtigkeit der Wälder aufmerksam gemacht, denn die Forstwirtschaft spielt eine wichtige Rolle für die Erreichung der Klimaziele.
Schlägerung
Aus den Wäldern im Burgenland (Österreich) wird nicht mehr Holz entnommen als wieder nachwächst. Der Holzzuwachs des Burgenlandes beträgt etwa 1,08 Millionen Vorratsfestmeter jährlich.
Man kann auch sagen, im Burgenland wächst alle 20 Minuten ein Einfamilienhaus aus Holz nach. "Der Wald geht uns alle an – als Wirtschaftsfaktor, als Klimaschützer und als Lebensraum. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, ihn nachhaltig zu nutzen und zu bewahren", so Nikolaus Berlakovich, Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer.
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- den Tag des Waldes 2026 - hier
- den Tag des Waldes 2021 und die Wichtigkeit von Holz als erneuerbarer Energieträger - hier
Im Bild: Nadelwald in Österreich
Tag des Waldes 2026: "Wälder und Wirtschaft"
Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März 2026 unter dem diesjährigen Motto „Wälder und Wirtschaft“ rückt die Landwirtschaftskammer Burgenland (Österreich) die vielfältige Bedeutung des Waldes für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft in den Mittelpunkt.
Im Bild: Präsident der Bgld. Landwirtschaftskammer Nikolaus Berlakovich, Bürgermeister von Neckenmarkt und Kammerrat Hannes Igler und mit Herbert Stummer, Geschäftsführer des Bgld. Waldverbandes und LK-Forstberater. Foto: (c) LK Burgenland/Tesch-Wessely
Klar ist: Der Wald ist weit mehr als nur Holzlieferant – er ist Lebensgrundlage, Klimaschützer und wichtiger Wirtschaftsfaktor zugleich.
Wald ist unverzichtbare Lebensgrundlage
"Der Wald ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage. Gerade im Zusammenspiel von Wäldern und Wirtschaft zeigt sich, wie wichtig eine nachhaltige Bewirtschaftung für Einkommen, Arbeitsplätze und den Klimaschutz ist. Die Bruttowertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft im Burgenland liegt bei etwa 472 Millionen Euro.
Dies entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent der gesamten Wertschöpfung im Burgenland. Jeder 18. Arbeitsplatz im Burgenland hängt von der Forst- und Holzwirtschaft ab. Diese sichert rund 7.500 Arbeitsplätze im Burgenland“, betont LK-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Herbert Stummer, dem Geschäftsführer des Bgld. Waldverbandes und LK-Forstberater.
Wirtschaftsfaktor
Die Forst- und Holzwirtschaft zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Österreichs. Jeder 10. Euro der in Österreich erwirtschaftet wird, ist unmittelbar oder mittelbar mit dem Rohstoff Holz verbunden. "Im Burgenland wird knapp jeder 17. Euro in der Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaftet. Zehn Prozent weniger heimisches Holz würden zu Verlusten in Milliardenhöhe führen", so Berlakovich.
Der Wald, mehr als nurRohstofflieferant
Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung erfüllt der Wald eine Vielzahl an Funktionen.
Der Wald ist viel mehr als eine große Ansammlung von Bäumen. Der Wald produziert mit Hilfe der Sonnenenergie und dem Niederschlagswasser Holz, entzieht der Atmosphäre dabei Kohlenstoffdioxid (CO2) speichert dieses und gibt den für uns alle so wichtigen Sauerstoff (O2) an die Atmosphäre ab.
Außerdem filtert und speichert der Wald das Niederschlagswasser (H2O) und lässt es als klares saubereres Trinkwasser wieder irgendwo zu Tage treten, ist Heimat für viele Wildtiere und Erholungsraum für die Menschen. In den Bergen bietet der Wald auch Schutz vor Lawinen und Felsstürzen.
"Gerade diese Multifunktionalität macht den Wald so wertvoll. Eine nachhaltige Bewirtschaftung stellt sicher, dass all diese Leistungen auch für kommende Generationen erhalten bleiben", unterstreicht Herbert Stummer, Geschäftsführer des Burgenländischen Waldverbandes und Forstberater der LK-Burgenland.
Schneeschäden im Wald
Im Frühjahr 2026 stehen im Burgenland die rund 25.000 WaldbesitzerInnen vor großen Herausforderungen.
Durch den heftigen Schneefall im Februar 2026 sind in vielen Wäldern Schäden entstanden. Die Folge der Schneelast: Abgebrochene Äste und Baumwipfel und umgestürzte und teils entwurzelte Bäume.
Im Bild: Schäden durch Schneelast im Wald: Abgebrochene Äste und Baumwipfel und umgestürzte Bäume. Foto: (c) Sarah Hübner
Der heftige Schneefall vor einiger Zeit hat in zahlreichen Beständen Schäden verursacht. "Es ist entscheidend, diese Schadholzmengen rasch aufzuarbeiten. Nur so kann einem verstärkten Befall durch Borkenkäfer effektiv vorgebeugt werden", appelliert Stummer. Eine zeitnahe Aufarbeitung sei nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, sondern auch für die Stabilität der Wälder wichtig.
Baum des Jahres 2026: Die Lärche
Ein besonderes Augenmerk gilt 2026 dem Baum des Jahres, der Lärche. Sie steht beispielhaft für Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft und gewinnt im Hinblick auf den Klimawandel zunehmend an Bedeutung.
"Im Burgenland sind insgesamt 30 Baumarten vertreten. Die Hauptbaumarten sind beim Laubholz die Eiche und beim Nadelholz die Weißkiefer. Die Lärche spielt hier eher eine untergeordnete Bedeutung. Die Lärche bevorzugt ein kühles, eher feuchtes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie es in den Alpenlagen vorherrscht. Das Burgenland ist hingegen pannonisch geprägt, mit trocken-warmen Sommern und geringeren Niederschlagsmengen, was den optimalen Wuchs beeinträchtigt. Dennoch wird die Lärche auch im Burgenland als wertvolle Mischbaumart geschätzt, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erhöhen, insbesondere im Kontext des Klimawandels", erklärt Stummer und berichtet über die Versuchsfläche in Neckenmarkt, die vor 40 Jahren entstanden ist und etwa 1,6 Hektar umfasst.
Tag des Waldes 2021 "Holz als erneuerbarer Energieträger wichtig "
Durch die Nutzung nachhaltiger Energiequellen kann der Ausstieg aus fossilen Energieträgern gelingen und das wäre ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz.
Im Bild: Landwirt und Kammerrat Martin Koch und der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer Nikolaus Berlakovich. Foto: Kaiser/LK Burgenland
Kiefer, Eiche, Fichte & Rotbuche
Im Burgenland sind etwa ein Drittel der Landesfläche, also 133.000 Hektar bewaldet. Davon ist 80 Prozent Hochwald und 20 Prozent Niederwald. Mehr als die Hälfte des burgenländischen Waldes, hauptsächlich Weißkiefer, Eiche, Fichte und Rotbuche, wächst in den Bezirken Oberpullendorf und Oberwart.
Durch lange Trockenperioden und Hitzewellen sowie anhaltenden Starkregen werden die Bäume schädlingsanfällig. Allein im Burgenland sind crika 18 Prozent des gesamten Holzeinschlages, das sind etwa 195.441 Festmeter, vom Borkenkäfer geschädigt. Daher sei es wichtig, den Wald klimafit zu gestalten, erklärte die Landewirtschaftskammer anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2021.
Schadholz als Brennmaterial
Der burgenländische Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich über das vom Ministerrat beschlossene Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG): "Das Erneuerbare-Ausbau-Gesetz ist wichtig, um unsere Klimaziele zu erreichen. Im Burgenland haben wir aufgrund des Borkenkäfers knapp 18 Prozent Schadholz, das zur Gewinnung von erneuerbarer Energie verwendet werden kann."
Borkenkäfer und Klimawandel
Berlakovich anlässlich des Tag des Waldes am 21. März: "Biomasse-Anlagen tragen zum Klimaschutz bei und fördern zudem auch einen klimafitten Wald. Schadholz, das durch Windwürfe, Borkenkäferbefall und Klimawandelanpassungen im Wald verursacht wurde, wird durch energetische Nutzung in den Kreislauf zurückgeführt."
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