Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller und Gewalt am gegen Frauen nimmt zu. Für die ÖGB-Burgenland Landesfrauenvorsitzende, Hannelore Binder und Landesfrauensekretärin Dorottya Kickinger ein Zustand der sich ändern muss. Denn: Das Thema „Gewalt am Arbeitsplatz" sei noch immer stark tabuisiert. Eine große Zahl der Betroffenen fühle sich immer noch hilflos. Scham und Angst vor Gerede oder weiteren Übergriffen hemmen sie, ihre Rechte einzufordern und Hilfe zu suchen. Viele würden mit niemandem über die erlebte Gewalt sprechen, wodurch die Dunkelziffer über die tatsächlich erlebte Gewalt noch immer sehr sei, legt der ÖGB-Burgenland bei einer Pressekonferenz Ende Juni 2017 die Fakten, Daten und Zahlen auf den Tisch. Mehr über

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Fotos (c) Redaktion:  Wilhelm Böhm

 

 Mehr Arbeitsunfälle durch Gewalt

GewaltAmArbeitsplatzNimmtZuFotoWilhelmBoehm101.468 Arbeitsunfälle weisen die Daten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt aus dem Jahr 2015 aus, davon 2.182 gewaltverursacht. 2010 lag diese Zahl noch bei 2.051. Das ist eine Erhöhung gewaltverursachter Arbeitsunfälle von mehr als 35 Prozent in sechs Jahren.

Gewalt am Arbeitsplatz sei also kein Einzelfall und im Trend deutlich steigend und belegen ließe sich diese Aussage durch die zunehmende Zahl der gewaltverursachten Arbeitsunfälle in Österreich in den letzten Jahren, während der sonstige Trend an Arbeitsunfällen eine abnehmende Entwicklung zeigt, so die Einstiegsworte bei der Pressekonferenz des Österreichischen Gewerkschaftsbundes.

 

Psychische Gewaltübergriffe

 

Betroffen sind Männer wie Frauen, letztere weitaus häufiger. Erhebungen zeigen, dass Männer sowie Frauen im Erwachsenenalter am häufigsten von psychischen Gewaltübergriffen betroffen sind: Neun von zehn Frauen (85,6 %) und acht von zehn Männern (78,4 %) berichten von psychischen Übergriffen, und zwar am häufigsten im Kontext von Erwerbsleben und Ausbildung. 39,8 % der Frauen bzw. 30,6 % der Männer haben psychische Übergriffe erlebt und diese auch als bedrohlich wahrgenommen. Darunter fallen unter anderem wiederholte Beleidigungen, eingeschüchtert werden oder aggressives Anschreien. Die verschiedenen Gewaltformen können sich in verschiedener Weise auf Gesundheit und Psyche der Betroffenen auswirken und werden von diesen auch unterschiedlich wahrgenommen.

HanneloreBinderOEGBBurgenlandLandesfrauenvorsitzendeFotoWilhelmBoehm„Die Gewalterfahrungen von ArbeitnehmerInnen können vielfältig sein. Dabei kann es sich um ein einmaliges Ereignis handeln, etwa durch eine externe Person wie KundInnen, KlientInnen oder LieferantInne", so Hannelore Binder, die ÖGB-Burgenland Landesfrauenvorsitzende.

"Es kann aber auch ein System an Misshandlungen bestehen, welches auf Macht und Kontrolle abzielt und im engeren Umfeld angesiedelt ist, etwa durch Vorgesetze oder KollegInnen", sieht Hannelore Binder dringlichen Handlungsbedarf über das Projekt „GemeinsamGutArbeiten".

 

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Projekt: Gewaltfreie Arbeitswelt

Als Initiatorinnen des Projektes „Gemeinsam#GutArbeiten – Gewaltfreie Arbeitswelt" wollen die ÖGB-Frauen Burgenland ein Maßnahmenbündel umsetzen um das Thema Gewalt am Arbeitsplatz in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und zu sensibilisieren. Ziel ist die aktuelle Situation in den burgenländischen Betrieben sichtbar zu machen und eine positive Veränderung der Ausgangsituation für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zu erzielen.

DorottyaKickingerOEGBLandesfrauensekretaerinFotoWilhelmBoehm„Eine Arbeitswelt mit guten Bedingungen und Raum für gesundes Arbeiten ist das gemeinsame Ziel unseres Projektes. Um die Lage im Burgenland beurteilen zu können, muss als erstes der Status Quo erhoben werden. Dann können wir Maßnahmen ausarbeiten und diese umsetzen!" nennt Dorottya Kickinger Aspekte wie man das Projekt zeilführend umsetzen möchte.

 

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Umfrage an 1.600 Menschen

 

Um einen genauen Überblick über die tatsächlich auftretenden und wahrgenommenen Erscheinungsformen von Gewalt zu gewinnen, wird in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut IFES eine breit angelegte Umfrage zum Thema durchgeführt. An der Umfrage sollen rund 1.600 Menschen teilnehmen. Die Befragung wird einerseits mit Fragebögen in burgenländischen Betrieben und andererseits in Form von Telefonbefragungen durchgeführt. Der Fragebogen beinhaltet 15 Fragen zum Thema und die Befragung in den Betrieben wird von Betriebsrätinnen und Betriebsräten organisatorisch unterstützt. Das Ausfüllen des Fragebogens wird etwa 10 Minuten dauern. Die ausgefüllten Fragebögen werden direkt an IFES zurückgeschickt und ausgewertet. Völlige Anonymität ist so gewährleistet.

 

Gewaltausmaß in burgenländischen Betrieben

 

PressekonferenzDesOeGBBurgenlandFotoWilhelmBoehmDurch die Umfrage soll das Ausmaß von Gewaltwahrnehmungen und -erfahrungen in der burgenländischen Arbeitswelt sichtbar gemacht werden. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll breit angelegt werden, sodass mit dem Sensibilisierungs- bzw. Diskussionsprozess auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden kann. Die Umsetzung soll durch die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und Vertretungen sowie ExpertInnen realisiert werden und zu Folgeprojekten und nachhaltigen Veränderungen in der Arbeitswelt führen.

Geplant sind unter anderem Fachsymposien, Weiterbildungsseminare für Führungskräfte und BetriebsrätInnen. Auch abgestimmte Einzelmaßnahmen für Betriebe bzw. Branchen seien vorstellbar. Ein Ziel könnte sein, in Betrieben Gewaltschutzbeauftragte zu etablieren. Projekt-Initiatoren sind die ÖGB Frauen Burgenland. Getragen wird das Projekt vom Österreichischen Gewerkschaftsbund Burgenland, der Arbeiterkammer Burgenland und dem Regionalmanagement Burgenland. Die Befragung wird vom Meinungsforschungsinstitut IFES durchgeführt.

Die Präsentation der ersten Ergebnisse  des Projektes, das bis 2018 läuft und dessen Budget bei 30.000 Euro liegt, wird im Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt" im November bzw. Dezember 2017 stattfinden.

 

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