Volkshochschule Burgenland: 45 Jahre

Seit nunmehr 45 Jahren sind die Burgenländischen Volkshochschulen im Bereich der Erwachsenenbildung tätig. Viel hat sich seither in inhaltlicher Ausrichtung und Methodik verändert. Gleich geblieben ist, dass man die regionalen Bedürfnisse stets erkannt und forciert hat. Die beiden Geschäftsführerinnen Dr. Christine Teuschler und Dr. Elisabeth Deinhofer zeichnen den Weg, den die VHS seit fast einem halben Jahrhundert ging und wie man mit gezieltem Kursangebot weiter die Chancengleichheit vieler Menschen am Arbeitsmarkt ermöglichen will. Die beiden Geschäftsführerinnen im Interview mit Wilhelm Böhm (Online-Magazin schnappen.at):

  • Volkshochschule damals &heute - hier
  • Interkulturelle Begegnungen - hier
  • EU-Förderungen und professionelle Bildungsarbeit - hier
  • 86 Mitarbeiter, 400 Kursleiter - hier
  • 10.000 Teilnehmer und 950 Kurse pro Jahr - hier
  • Vom Zweiten Bildungsweg bis zur Politik - hier
  • Durch Bildung - Anschluss im Leben - hier

 

 


Aktuelle Themen der Burgenlaendischen Volkshochschule - hier

 

Fotos (c)/ Redaktion: Wilhelm Böhm

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Die Volkshochschule damals und heute

Schnappen.at: Wie lange sind Sie bei der VHS tätig  und wie fällt der Vergleich zwischen damals und heute aus?

Teuschler: Wir sind beide seit Anfang der 90iger Jahre bei der VHS tätig. Es war der Beginn der projektorientierten Arbeit im Bereich der politischen und interkulturellen Bildung. Davor war die ehrenamtlich geführte Volkshochschularbeit in den örtlichen VHS-Vereinen ganz wichtig, wo sozusagen die ganze Bandbreite des klassischen Volkshochschulangebots in den Gemeinden des Burgenlandes angeboten wurde.

Christine Teuschler weiter: Die Inhalte dieses Angebots waren vor allem Sprachen, Gesundheit und Kreativität bis hin zu einem speziellen Kursangebot im Bereich der politischen Bildung seitens der damaligen Volkshochschule für politische Bildung. Diese Volkshochschule für politische Bildung war damals einzigartig in Österreich. Da es damals noch keine Parteiakademien im Burgenland gab, besuchten diese Kurse vorwiegend ParteifunktionärInnen aller Parteien, denn man konnte hier ein Zertifikat für politische Bildung erwerben. Dieses Zertifikat hatte einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und jemand, der alle Kursmodule absolvierte, bekam sogar eine Bildungsprämie.

Deinhofer: Ende der 90iger Jahre war diese Form der politischen Bildungsarbeit aber überholt. Daher wurde die Volkshochschule für politische Bildung als Verein aufgelöst und die politische Bildung als Schwerpunkt in Form von Projekten in den Landesverband übergeführt. Es gab damals auch entsprechende Projektförderungen seitens des Bundes im Bereich interkultureller und politischer Bildung.

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Interkulturelle Begegnungen und Volksgruppenarbeit

Schnappen.at: Was waren dann die Projekte die damals in Angriff genommen wurden?

Teuschler: Wie gesagt, wie waren in diesem Bereich traditionell stark und es wurden mit diesen Geldern viele Projekte gestartet. Zum Beispiel erste Flüchtlingsprojekte mit Deutschunterricht und interkulturellen Begegnungen. Im geschichtlichen Bereich ging es uns um die Aufarbeitung der burgenländischen Geschichte und um die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes. Wichtig war uns auch die Volksgruppenarbeit und wir wollten hier neben der kroatischen und ungarischen Volksgruppe vor allem die Volksgruppe der Roma und die Roma-Kultur im Burgenland sichtbar machen.

VolkshochschuleMattersburgRustEisenstadtOberpullendorfFotoWilhelmBoehmTeuschler weiter: Mit der Information über die Kultur aber auch die Entwicklung der Situation der Roma in Österreich und in anderen Ländern, wie z.B. mit dem Projekt „Roma-Kultur nach dem Holocaust und Veranstaltungen unter dem Motto „Roma-Kultur in Mitteleuropa“ haben wir auch erste internationale Kontakte geknüpft und uns österreichweit unter den Volkshochschulen der Ruf erarbeitet, bei der politischen Bildung zur Nummer 1 zu gehören. Übrigens, die Folge war hier auch, dass nach der Volkshochschule der burgenländischen Kroaten und der burgenländischen Ungarn auch die Volkshochschule der burgenländischen Roma gegründet wurde.

Deinhofer: Ein weiteres Projekt waren grenzüberschreitende Sprachkurse, wo mit der sogenannten Tandemmethode das Deutschlernen im direkten interkulturellen Austausch stattfand. D.h. Ungarn, Slowaken und Österreicher waren in einem Kurs zusammengefasst, wobei der Kurs abwechselnd in Ungarn oder der Slowakei und dem Burgenland stattfand. Man lernte dabei voneinander und miteinander die Sprache.

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EU Foerderungen und professionelle Bildungsarbeit

Teuschler: Bei dieser grenzüberschreitenden Arbeit haben wir sehr viel gelernt. Wir waren hier bei der Kursorganisation konkret auch mit der unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Situation der jeweiligen Länder konfrontiert. Eine besondere Herausforderung war auch die immer stärker werden Anforderungen an eine professionelle Bildungsarbeit. Geholfen haben uns hier dann die ersten EU-Projektförderungen ab 1996.

WachsenMitEuropaSozialSchnappen.at: Wie ist die VHS zu diesen Förderungen gekommen?

Deinhofer: Es gab damals die Einladung zu ersten Programmplanungssitzungen, wo wir auch sofort aktiv geworden sind und entsprechende Konzepte für mögliche Projekte geliefert haben. Die Schwerpunkte lagen dabei in der Fortsetzung der mit Mitteln des Bundes begonnenen Regionalisierung.

Teuschler: Professionalisierung und Regionalisierung und der Übergang von der Ehrenamtlichkeit zur Hauptamtlichkeit prägten grundsätzlich die Volkshochschularbeit in den 90iger Jahren. Oberwart war die erste Regionalstelle, es folgten Halbturn und Jennersdorf. Güssing und Mattersburg sind mittlerweile Bezirksvolkshochschulen geworden. Mit dem Aufbau einer ständigen Struktur und Verankerung in den Regionen war es möglich die örtlichen Aktivitäten gut zu unterstützen.

Schnappen.at: Waren die örtlichen Veranstaltungen auch damals schon gut besucht?

Deinhofer: Die ehrenamtlichen Organisatoren waren damals sehr aktiv und sorgten für sehr hohe TeilnehmerInnenzahlen. Aber langsam wurde es immer schwieriger diese ehrenamtliche Struktur in der bisherigen Form aufrechtzuerhalten. Da kam die Unterstützung durch professionellere und hauptamtliche Tätigkeit gerade recht.

Teuschler: Zudem braucht es bei bestimmten Angeboten eine professionelle Struktur, damit die Qualität gegeben ist, etwa im Bereich des Zweiten Bildungsweges mit den Angeboten zum Nachholen der Matura bzw. der Studienberechtigungsprüfung. Und hier wollten wir auch mit dem Angebot in die Regionen gehen und nicht nur in Eisenstadt.

Deinhofer: Da wir keine große Hauptstadt im Burgenland haben, wollen wir weiterhin unserer Tradition entsprechend in der Region stark sein. Dort wollen wir weiter in den Gemeinden vor Ort sein und diese optimal mit den Regionalstellen in den Bezirken verbinden. Zum Konzept gehört dabei, dass wir in den Regional- und Bezirksstellen auch freiberufliche MitarbeiterInnen haben, die auch aus der Region kommen. Diese TrainerInnen sind dabei zumeist frei- und nebenberuflich tätig.

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16 hauptberufliche, 70 ehrenamtliche Mitarbeiter, 400 Kursleiter/Innen

Schnappen.at: Wie viele MitarbeiterInnen insgesamt sind bei der VHS tätig?

Teuschler: Wir haben bereits insgesamt 16 hauptberufliche MitarbeiterInnen und dazu noch immer rund 70 ehrenamtlich MitarbeiterInnen. Rund 400 Personen sind bei uns als KursleiterInnen und ReferentInnen aktiv.

Schnappen.at: Wie rekrutieren sich diese 400 KursleiterInnen?

ElisabethDeinhoferVHSBurgenlandFotoWilhelmBoehmDeinhofer: Wir suchen aktiv in den verschiedensten Bereichen, aber umgekehrt melden sich auch Personen mit entsprechenden Qualifikationen bei uns. Wir überprüfen dann die Grundausbildung und sorgen dafür, dass Qualität gegeben ist. Diesbezüglich sind die Anforderungen stetig gestiegen. Wichtig ist neben der Fachausbildung, dass man mit Erwachsenen umgehen kann. So ist ein klassischer Lehrer nicht zwingend auch für die Betreuung von Erwachsenen geeignet. Es muss jedem klar sein, Leute, die freiwillig mitmachen zu unterrichten.

Schnappen.at: Verdienen die KursleiterInnen etwas bzw. können Sie davon leben?

Deinhofer: Grundsätzlich ist es so, dass die Ehrenamtlichkeit in diesem Bereich vorbei ist. Die KursleiterInnen bekommen fixe Stundenhonorare und gerade im Gesundheitsbereich können einige davon leben, wenn sie die Möglichkeit haben an verschiedenen Institutionen zu unterrichten. Wir können aber niemanden etwas garantieren, denn wir wissen im Voraus nicht, wie stark ein Kurs belegt wird und ob er auch wirklich stattfinden kann.

Schnappen.at: Wie schafft ihr es, mit Programmen und Projekten am Puls der Zeit zu sein?

Teuschler: Da muss ich nochmal auf die EU-Förderungen zurückkommen. Zum einen haben wir Grundförderungen seitens des Landes und des Bundes, aber in der Zwischenzeit können wir nur mehr mit Projektförderungen bzw. den EU-Förderungen unser Angebot im vollen Umfang aufrechterhalten. Schwerpunkte bei der Projektförderschiene sind etwa die Angebote zur sogenannten Zweiten Chance mit dem Fokus auf bildungsbenachteiligte Personen, wo wir entsprechende EU-Projekte eingereicht haben bzw. einreichen.

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Schnappen.at: Wie geht das vor sich?

VolkshochschuleEisenstadtFotoWilhelmBoehmDeinhofer: Indem wir abgestimmt auf die EU-Vorgaben und EU-Schwerpunkte die Projektinhalte erarbeiten. Dabei tauschen wir uns mit anderen Ländern aus. D.h. Wir schauen uns an, was es in anderen Länder z.B. für Angebote für Bildungsbenachteiligte gibt; und umgekehrt ist das auch der Fall. Im Bereich Analphabetismus haben wir etwa sehr viel von den Erfahrungen in Deutschland profitieren können.

Schnappen.at: Gibt es Bereiche, wo die EU oder das Land sagen, was sie möchten?

Teuschler: Sowohl die Europäische Union als auch das entsprechende Programmplanungsdokument des Burgenlands haben thematische Schwerpunkte im Bereich des Lebensbegleitenden Lernens und Zielvorgaben, wie etwa den Abbau von Bildungsbenachteiligung bzw. Erhöhung der Bildungsbeteiligung. Wie haben dann immer überlegt bzw. überlegen, mit welchen konkreten Projekten wir diesen Zielvorgaben entsprechen können bzw. welche Problemlagen wir haben. Wir machen nur solche Projekte, die auch unserem Profil und dem Know-How unserer MitarbeiterInnen entsprechen.

Teuschler weiter: Das sind eben in der Zwischenzeit die erwähnten Angebote zur Zweiten Chance - von der Basisbildung über das Nachholen des Pflichtschulabschlusses bis hin zur Kompetenzfeststellung bzw. eines Kompetenzanerkennungsprojekts, wo es möglich ist, sich berufliches Erfahrungswissen anerkennen zu lassen und dadurch den Lehrabschluss nachzuholen. Entwickelt wurden diese Projekte bzw. Angebote, wie erwähnt, aufgrund bestehender Problemlagen. So gibt es in Österreich etwa eine Million Erwachsene, die Schwierigkeiten mit lesen, schreiben und rechnen haben, wer kennen das Problem der SchulabbrecherInnen ohne positiven Pflichtschulabschluss und wissen, dass wir im Burgenland zu wenig FacharbeiterInnen haben und hier den Lehrabschluss forcieren müssen.

Schnappen.at: Es ist alles sehr systematisch gewachsen. Gab es auch einen Zeitpunkt, an dem sich die Frage stellte, ob man nicht alles neu und anders machen müsse?

Deinhofer: Es gibt schon Angebote, wo wir uns vielleicht mehr erwartet haben. So haben wir einmal im Bereich Schlüsselqualifikationen ein Seminarangebot für kleinere Betriebe erarbeitet, wo wir gemerkt haben, dass das nicht unbedingt unsere Zielgruppen sind, zumal es da auch andere Player gibt. Das haben wir dann wieder aufgegeben, aber grundsätzlich hat die Entwicklung immer gepasst.

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Vom Zweiten Bildungsweg, Sprachen, Gesundheit, Wirtschaft und Politik

Schnappen.at: Wie viele Leute sind bei euch an der Programmentwicklung beteiligt?

Deinhofer: Abgesehen von den Projekt- und Angebotsschwerpunkten, die fix zu unserem Programmangebot gehören, sammeln wir einfach das ganze Jahr Informationen und Angebotsideen, die für unser Programm in Frage kommen. Es gibt aber auch regelmäßige MitarbeiterInnensitzungen, bei denen man sich austauscht, um die Vielfalt der Volkshochschule zu erhalten.

Teuschler: Wir definieren dabei auch grundlegend, welche Angebotsinhalte es in unser Themenpalette in den einzelnen Regionen geben soll: Vom Zweiten Bildungsweg, über Sprachen, Gesundheit, Beruf bzw. Wirtschaft und EDV bis hin zu Politik und Gesellschaft und zum Kreativitätsbereich.

Deinhofer: Zur Verbindung von Projektarbeit und traditioneller Kursarbeit möchte ich noch sagen, dass sich wir dadurch auch flexibler geworden sind, und zum Beispiel auch mitten im Jahr und nicht nur zu Semesterbeginn mit einem Kurs starten, wenn es den entsprechenden Bedarf gibt.

ChristineTeuschlerVolkshochschuleBurgenlandFotoWilhelmBoehmTeuschler: Wir sprechen heute auch nicht mehr nur jene TeilnehmerInnen an, die sowieso Kurse gemacht hätten und vielleicht ohnehin bildungsaffin sind. Vielmehr wenden wir uns jetzt auch an benachteiligte Personengruppen, die einen Kurs bzw. ein spezielles Bildungsangebot brauchen, um beruflich und gesellschaftlich mehr Chancen zu haben. Hier hat sich somit für uns ein neues spannendes Betätigungsfeld, aber auch eine besondere Herausforderung für die Bildungsarbeit mit diesen neuen Zielgruppen ergeben. Die Verbindung von projektgeförderten und nicht projektgeförderten Angeboten ergibt auch manchmal ein spezielles Spannungsfeld; so sind etwa die öffentlich geförderte Alphabetisierungskurse und Lehrgänge zum Nachholen des Bildungsabschlusses gratis, während die nichtgeförderten Kurse für die TeilnehmerInnen etwas kosten.

Schnappen.at: Muss es eine bestimmte TeilnehmerInnenzahl geben, damit ein Kurs gestartet wird?

Teuschler: Das wird von Fall zu Fall anders bewertet und hängt vor allem vom Kursinhalt und nicht nur davon ab, ob jetzt eine gewisse TeilnehmerInnenzahl erreicht wird. Unsere MitarbeiterInnen sind dann gefordert im Einzelfall zu entscheiden, ob ein Kurs durchgeführt wird oder nicht. Wir sind da sehr flexibel und unterscheiden uns diesbezüglich von anderen Institutionen.

Schnappen.at: Ist es nicht oft so, dass bei den KursteilnehmerInnen ein unterschiedliches Wissens- und Bildungsniveau gegeben ist? Kann man da ordentlich unterrichten?

Deinhofer: Nein, so ist es nicht, denn bei der Ausschreibung beschreiben wir schon das Anforderungsprofil für einen Kurs, etwas im Sprachenbereich. Vielmehr müssen wir uns gut überlegen, welcher Kurs für eine Region passen kann. Insbesondere wenn einmal ein Kurs auf  das nächste Semester verschoben wurde, müssen wir uns auch besonders anstrengen, damit es beim nächstenmal klappt.

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10.000 Teilnehmer und 950 Kurse

Schnappen.at: Wie viele KursteilnehmerInnen hat die VHS in einem Semester?

Teuschler: Jährlich haben wir in etwa 10.000 TeilnehmerInnen bei rund 950 Kursen in ca. 60 Gemeinden des Burgenlandes. Dazu gibt es noch zahlreiche Einzelveranstaltungen.

Schnappen.at: Und die Kurse dauern alle gleich lang über ein Semester?

BuergenlaendischeVolkshochschuleProgrammFotoAnnemariePrinzDeinhofer: Nein, da gibt es neben den Semesterkursen auch Kurzkurse; aber die Kurse dauern alle über einen längeren Zeitraum. Bei den rund 100 bis 150 zusätzlichen Einzelveranstaltungen haben wir dann nochmals 5000 bis 10.000 Teilnehmer im Jahr, wobei die Zahl hier zwischen den Jahren ein wenig schwankt, je nachdem, um welche Einzelveranstaltungen es sich handelt. Wir merken aber, dass wir generell bei den KursteilnehmerInnenzahlen nicht zu optimistisch sein dürfen, da die Leute sparen und daher das Wachstumspotenzial begrenzt ist. Daher muss bei der Gestaltung des Kurspreises sehr sensibel vorgegangen werden. Die Leute reagieren in wirtschaftlich schlechten Zeiten sehr rasch, in dem sie eben bei den Kursbesuchen einsparen.

Schnappen.at: Aber es wird doch allgemein nichts billiger. Müsst ihr dann nicht auch die Preise angleichen?

Teuschler: Natürlich, aber unsere Grundphilosophie besagt, ein leistbares Angebot für alle Bevölkerungsgruppen anzubieten, also auch für jene, die weniger Geld zu Verfügung haben. Und da gibt es halt Grenzen.

Schnappen.at: Wie ist das Land zu motivieren, um in speziellen Fällen großzügiger zu fördern?

Teuschler: Die Basisförderung für die Volkshochschulen ist mehr oder weniger seit Jahren gleich bzw. sinkt real gesehen, weil es keine Indexanpassung gibt. Großzügiger ist das Land bei den Projektförderungen im Rahmen der EU-Projekte, wo ja sowohl Bund als auch Land kofinanzieren müssen. Da werden wir vom Land sehr unterstützt. Aber wir versuchen natürlich Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Landesstellen zu leisten, dass es auch wichtig wäre die Basisförderung zu erhöhen, weil es eben immer schwieriger wird dieses breitgefächerte Bildungsangebot in allen Regionen zu erhalten.

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Durch Bildung Anschluss im Leben finden

Schnappen.at: Worauf ist man bei der VHS Burgenland besonders stolz?

Teuschler: Ich meine, dass wir insgesamt eine beachtliche Entwicklung genommen haben. So können wir auch stolz darauf sein, beim Thema Zweiter Bildungsweg österreichweit die einzige Institution zu sein, die hier ein umfassendes Angebot in allen Regionen unter einem Dach anbietet: Von Alphabetisierung über den Pflichtschulabschluss und Lehrabschluss bis hin zur Berufsreifeprüfung und die Studienberechtigung. Hier bieten wir nicht nur das Kursangebot, sondern auch eine professionelle Beratung begleitend dazu an. Wie sind hier als Volkshochschule Burgenland bundesweit sicher eine Vorzeigeregion.

VolkshochschuleBurgenlandDeinhoferElisabethDrChristineTeuschlerFotoBoehmTeuschler weiter: Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit, auch in regionaler Hinsicht, sind uns sehr wichtig; genauso wie die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems, wo es möglich ist in jeder Lebensphase Versäumtes und Bildungsabschlüsse nachholen zu können. Und wir vertreten einen ganzheitlichen Bildungsbegriff. D.h. uns geht es um die Verbindung von allgemeiner, beruflicher, kultureller und politischer Bildung.

Deinhofer: Auch das individuelle Bemühen um die KursteilnehmerInnen zeichnet uns aus. Bei uns sind die Menschen keine Nummern. Wir pflegen den persönlichen Kontakt.

Schnappen.at: Zeichnet sich für die nächsten Jahre ein Thema ab, dass bestimmend sein könnte?

Teuschler: Es wird dabei bleiben, dass man auch in Zukunft Menschen, die auf Grund ihrer Bildung weniger Chance im Leben haben, die Möglichkeit geben muss, mit Bildung und über unsere Bildungseinrichtungen den Anschluss im Leben zu finden und damit die berufliche und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

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